Em media stellt sich vor

Ammar114

In einer Zeit, in der cool sein als in gilt und das Zeigen von Gefühl als megaout verlacht wird, setzt der muslimische Rapper und Künstler Ammar einen Gegenpol...

 

Lebenslauf

Ammar ist am 10.09.1979 in Addis Abeba/Äthiopien geboren. Er stammt aus einer christlichen Familie. Nach dem vierten Lebensjahr ist er mit seiner Familie von Äthiopien nach Deutschland gezogen. Seit der Trennung seiner Eltern 1989 zog er mit seiner älteren Schwester und Mutter nach Frankfurt am Main.
1995 fing er mit der Musik an und rappte in einer Frankfurter Hip Hop Band. Nach fünf erfolgreichen Jahren löste sich die Gruppe auf. In diesen fünf Jahren kam ammar mit dem Islam in Berührung.

“Ich lernte Menschen kennen die Islam praktizierten. Menschen die voll im Leben standen und dennoch fünf mal am Tag beteten. Sie tranken kein Alkohol und wussten trotzdem, wie man locker drauf ist und Spaß hat.“

Daraufhin fing Ammar an im Quran zu lesen und machte sich sein eigenes Bild, frei von Vorurteilen oder traditionellen Auslegungen. Nach langen intensiven und interessanten Diskussionen mit vielen verschiedenen Menschen über Gott und den Glauben hat der Islam seine volle Aufmerksamkeit erhalten.
Das Leben des Propheten Muhammad (a.s.s)* berührte sein Herz. Sein Wesen, seine Art, die Opfer die er brachte und vor allem, sein edler Charakter faszinierten Ammar sehr. Die Geschichten und Wunder im Quran beeindruckten ihn so sehr, dass er folglich zum Islam fand und die Schahada, das islamische Glaubensbekenntnis, aussprach. 1999 fing er regelmäßig an zu beten. Durch seinen Lebenswandel änderten sich auch seine Texte.
Die ersten Lieder: "Allah vergib mir", "Ich lebe für Allah", "An meine Brüder", etc... entstanden in dieser Zeit. Im Jahr 2001 wurde die Internetpräsenz  "ammar114.de" aktiv. Im Januar 2002 heiratete er und im Juni 2003 schenkte Allah der jungen Familie ein neues Mitglied: Hamza.
Nach fast vier Jahren Stillstand hat Ammar nun seine neue CD „Mehr als Musik"  veröffentlicht. Zur Zeit wird an verschiedenen neuen Projekten gearbeitet.

 

Botschaft

Wer kennt ihn nicht? Den Traum vom großen Erfolg. Den Traum vom großen Durchbruch. Anders sein als diese ganzen Hampelmänner die mit ihrem aufgesetzten Image Radio und TV verseuchen. Anders als diese ganzen Boygroups die den Kids den Kopf verdrehen. Anders sein als diese ganze Komerz-Szene und trotzdem die Massen bewegen. Auf der Bühne stehen und fette Reime kicken. Sehen wie die Leute mit ihren Köpfen nicken, alle Fake-MC`s dissen, auf der Strasse von jedem Respekt kassieren. Hübsche Ladies die dich früher nicht mal kannten wollen sich jetzt dein Tape kopieren. Dieser Traum ist vorbei, es hat sich ausgeträumt. Ein totales Durcheinander doch jetzt wird aufgeräumt.
Ich war lang genug gefangen im Kreis bin ich gerannt. Sony, BMG, bei den Großen waren meine Jungs und ich bekannt. Schon viele Produzenten kamen an mit großen Sprüchen. Mit einem Lächeln in ihrer Fratze rammten sie uns ihre Messer in den Rücken. Sie redeten viel, es war zu viel für meine Ohren. Sie redeten viel, ich hätte fast den Kopf verloren. Doch ich wollte nicht so sein, nein ich will nicht sein wie sie. Ich will die Wahrheit aufdecken, ich will zu meinen Leuten sprechen. Und die verlogenen Gesetze dieser Industrie brechen. Also greife ich mir das Mikro, denn ich kann nicht vergessen, was ich mir damals geschworen habe, als ich anfing zu rappen. Ich hatte mir geschworen, den Leuten nur das Beste zu geben. Besser als das, was uns die “Gangsta Rapper“ aus den USA erzählen. Sie reden vom Getto aber leben in ihren Villas. Sex, Drugs und High-Life, springen rum wie wilde Gorillas. Gefangen in einem Käfig, den sie sich selbst gebaut haben. Ihr krasses Rummgemache ist nur ne Maske die sie tragen. Was befindet sich dahinter? Was ist hinter den Kulissen? Wollt ihr nicht dahinter blicken? Wollt ihr nicht die Wahrheit wissen?
Feuer auf den Strassen, Armut macht sich breit. Wir leiden nicht an Hunger, nein die Armut der heutigen Zeit ist eine ganz andere schaut euch um was ist los? Was ist falsch? Was ist richtig? Egoismus hat sich breit gemacht, jeder gegen jeden. Allein gegen Alle, nicht nur bei RTL zu sehen, sondern im wahren Leben.
Ich habe gesucht wie ein Geier, nach Respekt Rum und Geld. Doch ich fand etwas besseres: Eine ganz neue Welt. Eine Welt, in der Frieden groß geschrieben steht. Eine Welt in der sich alles nur um einen Schöpfer dreht. Brüderlichkeit, gutes Benehmen, Respekt den Frauen gegenüber. All das habe ich gefunden, ich packe es in meine Lieder! Ich fand den Schatz der Schätze, ein Wunder: Den Quran. Dieses Buch hat mich geprägt, auf meinem Weg zum Islam. Wer mich versteht, der wird vielleicht irgendwann fühlen was ich fühle. Wer mit mir fühlt, der versteht warum ich den Herrn der Welten auf diese Weise liebe.
Meinen Weg kannst du verneinen, doch die Wahrheit bleibt für immer. Wenn wir so weitermachen, wird das Feuer auf den Strassen schlimmer und schlimmer. Doch wenn die Reinschrift in Reimschrift in dein Herz hinein trifft, vertreibt sie das Gift das sich in dich hineinfrisst. Die Reimschrift? Der Quran! Tausende Zeilen in Reimen. Zeichen über Zeichen, die Menschen aus aller Welt vereinen.

As-Sallamu-Alaikum
Ammar

 

Interview Ammar – Islamische Zeitung Juni 2004

Der 24jährige Ammar Milkias Kebede hat sich in den letzten Jahren mit seinen Rap-Songs mit islamischen Texten unter muslimischen Jugendlichen einen Namen gemacht. In der IZ Nr. 81 berichtete Ammar über seine negativen Erfahrungen mit einem Spiegel TV-Team, das entgegen eigener Beteuerungen seine Aussagen verzerrte und in einen negativen Zusammenhang stellte. Im folgenden kommt Ammar, der kürzlich eine CD produziert hat und dessen Website www.ammar114.de sich großen Interesses erfreut, im IZ-Interview zu Wort.
 
Islamische Zeitung: Ammar, könntest Du dich den IZ-Lesern kurz vorstellen.
Ammar:
Ich bin in Äthiopien geboren, mit vier Jahren nach Deutschland gekommen und hier aufgewachsen. Seit mehr als 10 Jahren lebe ich im Raum Frankfurt. Ich mache seit etwa 1995 Musik, habe zunächst in einer Gruppe gerappt und getextet. Damals ging es darum, einen Plattenvertrag zu bekommen und auf dem konventionellen Weg herauszukommen, mit Video, Plattenverkauf und so weiter. In dieser Zeit habe ich auch den Islam kennengelernt und im Qur’an gelesen. Ich habe an Jugendtreffen teilgenommen, auch bei der MJD; all dies hat mein Leben geprägt und verändert, und so habe ich zum Islam gefunden. Im Jahre 1999 habe ich angefangen, zu praktizieren. In dieser Zeit haben sich meine Texte verändert, da auch mein Leben sich geändert hatte. Heute bin ich verheiratet und habe ein Kind. Zudem studiere ich Deutsch und Sozialkunde auf Lehramt.
Islamische Zeitung: Wie war Dein Leben, bevor Du den Islam angenommen hast, und was hat sich seither verändert?
Ammar:
Ich kann das nicht so genau in zwei Abschnitte aufteilen, in mein Leben vor dem Islam und mein Leben nach dem Islam. Mein Leben ist eher ein Ganzes, innerhalb dessen es verschiedene Abschnitte gibt, die ich durchlebt habe. Damals mit 15 kannte ich jemanden, mit dem ich zusammen Musik gemacht habe. Er kam aus Kroatien und hat zum Islam gefunden. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Wie kann jemand seine Religion wechseln? Das war für mich etwas neues. Die Muslime, die ich aus der Schule kannte und mit denen ich aufgewachsen bin, haben ihre Religion nicht so ernst genommen, auch nicht praktiziert. Die haben höchstens im Ramadan gefastet, und das war es auch. Dieser Freund hingegen ist bewusst an die Religion herangegangen, und er konnte mir den Islam auch ganz anders erklären und hat ihn ganz anders gelebt, als ich es bis dahin kannte. Das hat mich neugierig gemacht, sodass ich gefragt habe: wieso das ganze, warum? Auch dass er voll im Leben steht und trotzdem ein gläubiger Mensch ist. In folge dessen wollte ich selbst mehr erfahren, mehr über Religion wissen. Ich habe schon immer daran geglaubt, dass es einen Gott, einen Schöpfer gibt, aber mich eigentlich keiner Religion wirklich zugeordnet. Ich bin als Kind in die Kirche gegangen, weil das von der Familie her so üblich war, aber es hat mich nicht großartig interessiert, es war für mich altmodisch und nicht so wichtig. Dann habe ich angefangen, in Büchern zu lesen, auch im Qur’an, und was ich gelernt habe, war plausibel, einfach einleuchtend und geradlinig. Die Berichte über den Propheten Muhammad, Allahs Segen und Friede auf ihm, über die Propheten oder über die Gnade Allahs haben mein Herz sehr berührt. Ich habe gemerkt, dass es in meinem Leben, so wie ich es damals gelebt habe, nicht mehr so weitergehen konnte. Man hat gemacht, was alle machten, aber ich hatte immer das Gefühl, dass es falsch ist und wollte den richtigen Weg gehen. Den geraden Weg zu gehen und trotzdem mit beiden Beinen im Leben zu stehen. Der Islam hat mir diesen sicheren Boden gegeben und die Motivation, die ich vorher nicht hatte.
Islamische Zeitung: Du hast in einem Deiner neueren Stücke auch Deine Erfahrungen verarbeitet, die Du früher mit dem Musikbusiness gemacht hast...
Ammar:
Wir waren zwei Rapper, ein DJ und die zwei Produzenten, mit denen ich auch heute noch zusammenarbeite. Hinzu kamen teilweise noch Sängerinnen und Tänzer. Wir haben früher gedacht, man könne ein Teil von diesem Musikbusiness sein – VIVA, MTV, Plattenvertrag bei einem großen Majorlabel - sich aber trotzdem nicht dem System unterwerfen und etwas im System ändern. Schon damals war es unsere Absicht, eine Message in den Texten zu haben, nicht das übliche, dass man cool sein und herumhängen müsse, Videos mit Frauen und Drogen etc., das wollten wir nicht verkörpern, sondern im Gegenteil sagen: Du kannst es besser machen und cool sein, ohne einen solchen Weg zu gehen. Aber Schritt für Schritt hat man gemerkt, was abläuft. Man trifft viele komische Gestalten in der Musikindustrie, von unten angefangen bis ganz nach oben, und meistens geht es wirklich nur um den Profit und das Geld. Viele haben uns so vieles erzählt, was sie dann nicht eingehalten haben. Und in dem Text von „Es sollte so sein“ versuche ich dies wiederzuspiegeln. Man kennt dieses Popstar-Gefühl, man kommt an Leute, die „groß“ sind und dir zeigen, wie du als Künstler sein musst und wie du groß raus kommst, aber eigentlich versuchen sie nur, dich  auszutricksen. Man braucht neue Sklaven für dieses rollende System, die nach der Pfeife tanzen und das machen, was ihnen vorgegeben wird. Wenn man da mitspielt, kann man vielleicht von 100 Prozent Gewinn, den die machen, 1 Prozent ergattern; doch wenn man nicht aufpasst, ist man ganz schnell draußen und hat am Ende nichts mehr. Man muss aber diesen Weg nicht gehen, sondern kann sein Talent auch selbst trainieren und die Leute erreichen. Wichtig ist, dass das, was man aussagt, einen festen Boden hat und man es ehrlich rüberbringt. Dann kann man auch etwas erreichen.
Islamische Zeitung:  Hattet ihr damals die Möglichkeit, einen Vertrag bei einer Plattenfirma zu machen?
Ammar:
Wir hatten mehrere Kontakte, aber es war noch nicht zu einem Deal gekommen. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mich immer mehr verstelle und immer mehr verbiege, damit es so passt, wie es passen sollte und es vielleicht irgendwann einmal zu einem Deal kommt. Und der Islam hat eine immer größere Bedeutung in meinem Leben bekommen, sodass ich merkte, dass das eine mit dem anderen nicht zusammenpasst. In der Endphase unserer Gruppe habe ich den ersten Text mit islamischen Inhalten verfasst. Ich hatte nicht gedacht, dass dieser Song so gut ankommen würde. Ich hatte dann zunehmend keine Lust mehr, mich zu verstellen, sondern wollte nur noch Texte schreiben, die ich auch fühle und vertreten kann. Als ich dann ausgestiegen war, wusste ich erst einmal nicht, ob ich überhaupt weiter Musik machen würde. In dieser Zeit ergab es sich, dass mein Produzent und ich von der Veranstalterin einer islamischen Jugendveranstaltung in Wuppertal gebeten wurden, für diesen Anlass ein paar Lieder zu machen. Ich habe dann ein paar alte Lieder neu bearbeitet und neue geschrieben, wie „Ich lebe für Allah“, bin damit in Wuppertal aufgetreten und es kam besser an, als ich gedacht hatte. Das war im August 2000.
Islamische Zeitung: Was hat Dich bewogen, nicht mit der Musik ganz aufzuhören, sondern mit anderen Inhalten weiter zu machen?
Ammar:
Ich bin eben mit dem Rappen groß geworden und habe anfangs auch die Diskussion, ob Musik im Islam erlaubt oder verboten sei, gar nicht so mitbekommen. Ich habe mir über ganz andere Dinge Gedanken gemacht,  etwa wie ich an mir arbeiten, mich verbessern, mein Leben neu gestalten und an meinem Charakter feilen kann. Für mich als Jugendlicher hatte Rap eine große Bedeutung, auch wenn ich das heute anders sehe, und ich habe über Texte von Rappern vieles vermittelt bekommen. Vieles habe ich später verneint, als ich mich genauer damit beschäftigt hatte. Meine Absicht war es dann auch, über meine Texte anderen etwas zu vermitteln, Leute zum Guten zu motivieren und ihnen die andere Seite zu zeigen. Erst später habe ich mich vor Allah gefragt, ob es OK ist was ich mache oder nicht. Ich habe bisher stets die Erfahrung gemacht, dass meine Musik eher Gutes bei den Leuten bewirkt als schlechtes.
Islamische Zeitung: Wie waren die Reaktionen auf Deine Musik?
Ammar:
Die allermeisten Reaktionen bisher waren positiv, was ich nicht gedacht hätte. Mit meinem ersten Song, der auf einem Mix-Tape veröffentlicht wurde, kam ich unter anderen Rappern und Rap-Fans in Frankfurt sehr gut an und habe viele positive Reaktionen bekommen. Negative Kritik habe ich oft eher indirekt mitbekommen, und wenn, dann wurde sie sehr höflich geäußert.
Islamische Zeitung: Hast Du als Muslim heute dennoch ein anderes Verhältnis zur Musik als früher?
Ammar:
Wenn ich Sätze höre wie „Hip Hop ist mein Leben“ oder ähnliches,  so hätte ich mir vielleicht früher nichts dabei gedacht. Heute kann ich so etwas nicht vertreten. Letztlich ist Islam mein Leben. Ich lebe für Allah und mache das, was ich mache, für Allah; und hoffe, dass Er das, was ich mache, annimmt und ich eines Tage nicht im Höllenfeuer brennen werde sondern, so Allah will, ins Paradies eingehen darf. In diesem Sinne versuche ich die Musik in meinem Leben in einem gesunden Rahmen zu halten. Natürlich, in Zeiten von Projekten bin ich sehr viel mit dem Texten und Musik machen beschäftigt, aber es hat keine so große Bedeutung mehr für mein Leben.
Islamische Zeitung: Hast Du Kontakt zu anderen muslimischen Rappern wie Outlandish oder Everlast?
Ammar:
Leider nicht. Obwohl ich schon sehr interessiert daran wäre, mit Outlandish in Kontakt zu treten. Ihr Video „Aisha“ hat mich sehr berührt. Bei denen habe ich, auch nach dem Interview in der IZ und dem, was ich über sie gehört habe, das Gefühl, dass sie genau das erreicht haben, was wir erreichen wollten. Sie sind bei einem Majorlabel und verkaufen sich trotzdem nicht, sondern gehen den geraden Weg.
Es gibt natürlich Muslime, die rappen, aber ich kenne hier in Deutschland keinen, der das mit einer ähnlichen Herangehensweise macht wie ich. In Amerika oder auch in Frankreich soll es das geben, aber konkrete Gruppen kenne ich leider nicht.
Islamische Zeitung: Du hast jetzt eine neue CD veröffentlicht. Was kannst Du darüber berichten?
Ammar:
Anfangs hatten wir sechs Lieder und ein Intro produziert, die aber nicht als CD veröffentlicht worden waren, sondern z.B. über meine Website heruntergeladen werden konnten. Drei davon waren alte Lieder, die ich umgeschrieben hatte, und drei neue. Die Internetseite haben wir ein halbes Jahr nach dem ersten Auftritt in Wuppertal erstellt. Wir wussten nicht, wie es weitergeht und haben uns auch selten gesehen. Dann hat sich ein Auftritt nach dem anderen ergeben, und viele haben gefragt, wie es weitergeht. Zeitweise wusste ich auch nicht, ob und wie ich weitermache. Es sind viele Dinge passiert, die mir gezeigt haben, dass ich mit dieser Art von Musik viel erreichen und zum Guten bewegen kann. Ich bin auch auf nichtmuslimischen Veranstaltungen aufgetreten und habe dort überraschend positive Reaktionen bekommen.
Heute bin ich der Ansicht, dass ich das ganze in Bewegung halten will, da die Sache Potenzial hat und man Gutes erreichen kann. Anfang 2004 hatte ich mich wieder mit meinen beiden Produzenten zusammengesetzt und vorgenommen, bis zum MJD-Meeting eine CD mit neuen Liedern fertig zu haben. In drei Monaten haben wir die 13 Tracks der CD produziert. Die Texte sind von mir, die Musik und die Produktion von den beiden. Bei „Es sollte so sein“ hat mein alter Freund Efe aus Frankfurt die Musik gemacht; ein anderes Lied ist von meinem alten Rap-Kollegen FuSta. Die CD heißt „Mehr als Musik“. Sie ist über meine Internet-Seite erhältlich und wird bei meinen Auftritten verkauft.
Islamische Zeitung: Mit kommerziellen Labels würdest Du dich nicht mehr einlassen wollen, wenn diesbezüglich ein Angebot käme?
Ammar:
Nein, an den großen Majorlabels wie BMG bin ich nicht interessiert.
Islamische Zeitung: Deine Website wird von recht vielen Interessierten besucht?
Ammar:
Obwohl wir keine Werbung machen, haben wir mehr Besucher als erwartet. Schon von Anfang an war das so, auch kontinuierlich die letzten vier Jahre hindurch. Seit Anfang diesen Jahres hat es nochmals zugenommen. Wir wollen das Angebot der Website erweitern und z.B. Remixe einzelner Lieder zum kostenlosen Download bereitstellen.
Islamische Zeitung: Wie sehen Deine Pläne für die kommende Zeit aus? Wo siehst Du Deine Schwerpunkte im Leben, und was kommt vielleicht einmal nach Rap?
Ammar:
So lange ich kann, möchte ich mich in irgendeiner Form künstlerisch betätigen, etwa mit Texten oder anderem, und zwar im Rahmen der Da’wa, der Einladung zu Islam, so gut ich kann. Natürlich muss ich mich auch um meine Familie kümmern, meine Frau und meinen Sohn, und sie versorgen. Auch um mein Studium muss ich mich kümmern. Ich möchte aber schon in naher Zukunft neue Lieder machen und das Rap-Projekt am laufen halten und professionalisieren.
Ich könnte mir vorstellen, bei anderen jungen Künstlern textlich zu helfen oder einfach Erfahrungen weiterzugeben.
Islamische Zeitung: Hast Du eine Message an andere junge Muslime?
Ammar:
Meine Absicht ist es nicht, jemanden zum Rappen zu motivieren. Ich will die Leute eher zu Islam motivieren oder zum Nachdenken. Wenn mir jemand sagt „durch Dich habe ich angefangen, zu rappen“, dann bin ich gemischter Gefühle, aber wenn mir jemand sagt „durch Dich habe ich aufgehört, zu kiffen“, was ich aus E-mails schon erfahren habe, oder „Deine Texte haben mich darüber zum Nachdenken gebracht, dass sich in meinem Leben etwas ändern muss, das ich nicht einfach sinnlos herumhängen kann“, dann freut mich das. Das ist auch das, was ich rüberbringen möchte. Denn letztendlich bringt es einen nicht weiter, wenn man einfach nur so dahinlebt, sondern es macht einen kaputt, und später wird man es bereuen. Ich freue mich, wenn ich meinen Beitrag dazu leisten kann, dass die Leute sich diese Gedanken machen.
Islamische Zeitung: Lieber Ammar, wir danken Dir für das Gespräch

 

*(a.s.s) : Gottes Wohlgefallen und Segen auf ihm

 

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